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Sicherheitskonzepte
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Rundum-Schutz
Die größte Gefahr für Unternehmensnetzwerke droht nach Meinung vieler IT-Verantwortlicher durch Schadprogramme
aus dem Internet. Dabei unterschätzen sie, dass Nachlässigkeit und Anwendungsfehler vonMitarbeitern
die Hauptursache dafür sind, dass Schädlinge in das Unternehmensnetzwerk gelangen. Dies ergab eine Sophos-
Umfrage unter 410 IT-Administratoren von Unternehmen, die im September 2005 veröffentlicht wurde. Die Mitarbeiter
verwenden meist aus Unwissenheit unsichere Passwörter, surfen auf zweifelhaften Internet-Seiten oder öffnen
E-Mail-Anlagen, auch wenn sie den Absender nicht kennen. Und immer wieder geistern neue Schadprogramme
durch die Netze, etwa Viren, Würmer, Trojaner oder Spyware.
Sicherheitsstrategien
Viele Unternehmen haben unausgereifte
und wenig durchdacht Sicherheitskonzepte
realisiert. Gerade viele Mittelständler
versuchen, die IT-Sicherheit
mit voneinander unabhängigen Maßnahmen
zu erhöhen. Oft installieren
Systemverwalter erst nach einem
aktuellen Vorfall die bereits schon vorher
vorhandenen Sicherheits-Updates
auf Servern und Clients. So entstehen
ständig neue Kosten und ein hoher Verwaltungsaufwand
– die IT-Infrastrukturen
sind nur ungenügend vor Angriffen
geschützt. Vor allem für kleine und
mittelständische Unternehmen ist es
viel praktischer, von vornherein gegen
alle neu auftretende Sicherheitsgefahren
gewappnet zu sein. Ein umfassendes
IT-Sicherheitskonzept leistet hier
wertvolle Dienste. Neben der Integration
von Sicherheitsfunktionen in alle
Netzwerkkomponenten sowie der Einbindung
der Endgeräte in die Sicherheitsbetrachtung
lässt es auch die Mitarbeiter
nicht außer Acht.
Sicherheitsrisiken
Eine hundertprozentige Absicherung
aller Systeme im Unternehmen gibt es
nicht. Um sich geeignet schützen zu
können, ist die Kenntnis der Gefahren
ein erster wichtiger Schritt:
Schwachstellen: Schädliche Programme
wie Trojaner, Viren und Würmer stellen
ein großes Problem für Webanwendungen,
Server, Computer sowie das Netzwerk
dar. Angriffe auf alle Arten von
Systemen sind möglich durch verschiedene
Schwachstellen, wie unsichere
Standardeinstellungen, fehlerhafte
Konfigurationen, Softwarefehler oder
Sicherheitslücken in Protokollen.
Mitarbeiter:Unternehmen unterschätzen
häufig die Hauptgefahr für die ITSicherheit
– einen oft unbewusst nachlässigen
Umgang der Mitarbeiter mit
Geräten und Anwendungen. So werden
beispielsweise aus Leichtsinn oder
Unwissenheit durch die Öffnung unbekannter
E-Mails oder durch das Anbinden
ungesicherter oder infizierter
Geräte ans Netzwerk Viren, Würmern
oder Trojanern Tür und Tor geöffnet.
Mobile Geräte: Laptops und mobile
Geräte bringen enorme Produktivitätsvorteile,
bieten aber auch zusätzliche
Angriffspunkte, da sie an verschiedene
Netzwerke angeschlossen werden. Speziell
bei den so genannten Mobile Devices
wie Mobiltelefonen oder PDAs (Personal
Digital Assistant) existieren mit
drahtlosen Schnittstellen wie Bluetooth
neue Infektionswege. Mittels
Bluetooth können sowohl mobile Kleingeräte
als auch Computer über kurze
Distanz miteinander kommunizieren.
Dies stellt ein Sicherheitsrisiko dar,
denn die Besitzer merken oft nicht,
dass Fremde ohne Probleme auf ihr
Gerät zugreifen und dieses kontrollieren,
manipulieren und auslesen können.
Deshalb kommt auch dem Schutz
der Datenübertragung selbst eine
immer größere Bedeutung zu.
Mobile Datenträger: Die Nutzung von
USB-Sticks, MP3-Playern oder Speicherkarten
in Digitalkameras stellt ein
zunehmendes Sicherheitsrisiko für
Unternehmen dar. Denn über diese
mobilen Datenträger können zum einen
Schädlinge in das Unternehmensnetz
eingeschleust und zum anderen unbemerkt
große Datenmengen aus dem
Unternehmen getragen werden. Nach
einer Studie von meetBiz Research
unter über 400 Unternehmen, bestehen
bei lediglich 24 Prozent dieser Firmen
technische oder organisatorische Vorkehrungen,
um die Unternehmensdaten
vor dem Missbrauch durch solche
Geräte zu schützen.
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| Das Konzept eines Self Defending Network
sieht vor, dass Netzwerke umfassend vor jeglichen Angriffen geschützt sind. |
Wireless-LAN: Immer mehr Unternehmen
nutzen die Vorteile des mobilen
Arbeitens, achten dabei aber noch
immer zu wenig auf die Sicherheit der
drahtlosen Netze (WLANs). Denn vorhandene
Sicherheitsfeatures werden
oft nicht genutzt, bzw. vorhandene
Standardkonfigurationen arglos übernommen.
Der Zugang von drahtlosen
Geräten ins Unternehmensnetzwerk ist
über die hiermit fest verbundenen
Basisstationen, denWireless AccessPoints,
möglich. Bei der Nutzung von
WLANs ist es sehr wichtig zu wissen, wo
sich welche Geräte auf dem Unternehmensgelände
befinden, um neu auftauchende,
nicht von der IT-Abteilung
installierte und kontrollierte, falsch
konfigurierte WLAN-AccessPoints
schnell zu entdecken. Sie stellen ein
Einfallstor für Angreifer dar.
Sicherheits-Updates: Endgeräte, deren
Sicherheitsprogrammeoder Betriebssystem-
und Anwendungssoftware
nicht auf dem aktuellen Stand sind,
stellen ein Risiko für das Unternehmensnetzwerk
dar. Denn nicht konforme
oder gar infizierte Geräte lassen sich
bisher nur sehr schwer identifizieren.
Meist erfolgt die Prüfung von Endgeräten
während des Logins. Zu diesem
Zeitpunkt hat das Gerät jedoch vollen
Netzwerkzugang und Schädlinge können
sich verbreiten.
IP-Telefonie: Die inhärente Offenheit
der IP-Technik bringt nicht nur hohe
Flexibilität und Produktivitätssteigerung,
sondern auch neue Sicherheitsbedrohungen
für die Sprachübertragung
mit sich. Beispielsweise können
sich auch Denial-of-Service-Angriffe
gegen Telefonanlagen richten oder über
den Sprachkanal Viren undWürmer verbreitet
werden – das so genannte Spit
(Spam over Internet Telephony). Hierbei
ist es unerheblich, ob ein Telefonie-
System teilweise mit IP-Technik nachgerüstet
wird oder es sich um eine rein
IP-basierte Lösung handelt. Dennoch
ist die vielfach verbreitete Vorstellung
falsch, dass IP-Telefonie unsicher ist,
weil sie über das Internet läuft, welches
als unsicher gilt. Klassische analoge
oder ISDN-Telefonie ist ebenso vielen
Bedrohungen ausgesetzt wie Telefonie
im IP-Netz. Grundsätzlich ist der Schutz
der Sprache in IP-Netzen sogar wesentlich
einfacher als in klassischen
Sprachsystemen, in denen Schwachstellen
anlagenspezifisch sind und
Gegenmaßnahmen nur schwierig entwickelt
werden können.
Physische Beschädigung oder Verlust:
In Unternehmen sind zunehmend portable
Speichermedien wie USB-Sticks,
CDs oder DVDs sowie mobile Geräte wie
Notebooks, PDAs und Smartphones im
Einsatz. Sie bergen die Gefahr, dass sie
verloren gehen oder dass Unbefugte
vertraulichen Firmendaten einsehen,
da diese Speichermedien und Geräte
nicht ausreichend durch Verschlüsselung
oder Autorisierung geschützt
sind. Darüber hinaus können sie
beschädigt werden. Und natürlich sollte
berücksichtigte werden, dass auch
das Unternehmens-Netzwerk nicht vor
technischem Ausfall, Stromausfall oder
sogar Feuer gefeit ist.
Gefahrenpotential
Aufgrund der zahlreichen Gefahren ist
die Sicherheit der Informationstechnologie
für IT-Verantwortliche in der Wirtschaft
eines der wichtigsten Themen.
Bei der KES Sicherheitsstudie 2004, an
der 163 Unternehmen teilnahmen, setzen
83 Prozent der Befragten das Thema
auf Platz eins oder zwei der Prioritätenliste.
In Deutschland sehen 89 Prozent
der IT-Verantwortlichen dieWirtschaft
durch mangelnde IT-Sicherheit gefährdet.
Die Verbreitung von Schadprogrammen
stellt für die Mehrheit die eindeutig
größte Gefahr für das eigene
Unternehmen dar. Allerdings nimmt
hier der Faktor Mensch – also Irrtum
und Nachlässigkeit eigener Mitarbeiter
- in der Wahrnehmung von IT-Sicherheit
ebenfalls einen hohen Stellenwert
ein. Weiterhin werden unzureichende
Finanzmittel als Hindernis genannt.
Dass die Bedrohung durch Viren, Datenklau
und Ähnliches zunimmt, ergabt
eine Befragung der Unternehmensberatung
Pricewaterhouse-Coopers (PwC)
unter 8200 IT-Verantwortlichen aus 63
Ländern. Laut Umfrage stieg die Zahl
der sicherheitsbezogenen Vorfälle bei
den untersuchten Unternehmen von
rund 700 im vergangenen Jahr auf 860
im bisherigen Verlauf des Jahres 2005.
Insbesondere Hacker wurden als
Hauptgrund für IT-Ausfälle genannt.
Außerdem hat die Gefahr finanzieller
Verluste zugenommen. Mussten 2004
nur sieben Prozent aller befragten
Unternehmen finanzielle Einbußen
durch IT-Probleme hinnehmen, so
waren es in diesem Jahr bereits 23 Prozent.
Laut PwC besteht das Hauptproblem
vieler Unternehmen im Kampf
gegen IT-Schädlinge darin, dass die
Sicherheitsstrategien nicht durchdacht
sind und sich somit immer wieder Lükken
und Schlupflöcher für Hacker,
Viren und Würmer ergeben.
Falscher Umgang mit IT-Gefahren
Bisher betrachten viele Mittelständler
die Sicherheit von Geräten und Netzen
isoliert. Sie versuchen, die IT-Sicherheit
mit einzelnen, voneinander unabhängigen
Maßnahmen zu erhöhen. In
unregelmäßigen Abständen und oft
erst nach einem aktuellen Vorfall
installieren sie Sicherheits-Updates
sowie notwendige Zusatzsoftware.
Damit verfügen die unterschiedlichen
Geräte zwar über individuelle Schutzfunktionen,
diese sind jedoch nicht
aufeinander abgestimmt. Unter
Umständen werden dabei die Netzwerkverfügbarkeit
und die Aufrechterhaltung
von Geschäftsprozessen vernachlässigt.
Zudem entstehen so ständig
neue Kosten und enormer Verwaltungsaufwand.
Dass Schädlinge ohne aktuelle
Sicherheitsvorkehrungen ein leichtes
Spiel haben, zeigt das folgende Szenario:
Ein Wurm wie beispielsweise
SQL-Slammer befällt einen Server und
versendet von dort aus mit maximaler
Geschwindigkeit IP-Pakete an alle verbundenen
Computer. Dadurch werden
die vorhandenen Netzwerk-Ressourcen
überbeansprucht, sodass deren Verfügbarkeit
sinkt. Beim Einsatz aktueller
kombinierter Sicherheitsmaßnahmen,
die alle Ebenen absichern, würde dies
anders aussehen. Entweder fängt die
Firewall - die den eingehenden Datenstromfiltert
- den Wurmab, bevor er in
das Netzwerk gelangen kann. Gelingt
dies nicht, verhindern verschiedene
nachgeschaltete Sicherheitsmaßnahmen
wie Intrusion-Detection-Systeme
(IDS) sowie Intrusion-Prevention-
Systeme (IPS) in den Netzwerkkomponenten
und Cisco Security Agent (CSA)
auf Endgeräten, dass der Wurm wirksam
wird. Die technische Umsetzung von
Sicherheitsmaßnahmen ist jedoch nur
eine Seite der Medaille. Wichtig ist,
dass auch dieMitarbeiter Bestandteil
des Sicherheitskonzeptes sind und
durch Schulungen sowie interne Kommunikation
zur IT-Sicherheit beitragen.
So gewährleistet das Unternehmen,
dass Mitarbeiter keine Mails öffnen,
die Schädlinge enthalten.
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Schulungen reduzieren IT-Sicherheitsrisiko
Oft sind IT-Verantwortliche trotz technischer Schutzmaßnahmen
nicht in der Lage, Angriffe zu vermeiden. Der Grund: das unbedachte
Handeln der eigenen Kollegen. Die Mehrzahl der IT-Admins
ist überzeugt, dass eine Hauptgefahr für die IT-Sicherheit durch
Mitarbeiter und deren Nachlässigkeit droht.
Angesichts des unbekümmerten Verhaltens von Mitarbeitern und
der möglichen Folgen für das gesamte Unternehmen sind vor allem
die Führungskräfte gefragt: Aufklärung und Schulung der Mitarbeiter
im sicheren Umgang mit E-Mail, Internet und Passwörtern muss
zu einem elementaren Bestandteil der Personalentwicklung werden.
Dazu gehören auch klare arbeitsrechtlich verbindliche Nutzungsrichtlinien
in Abstimmung mit dem Betriebsrat.
Öffnen von E-Mails, Attachments und Links
Die größte Gefahr für Unternehmen durch Viren geht von infizierten
E-Mails aus. Doch jeder Warnung zum Trotz öffnen Mitarbeiter
E-Mails und Anhänge unbekannter Herkunft. Das kann die unbeabsichtigte
Installation von Schädlingen wie gefährlichen Viren oder
Trojanern zur Folge haben. Werbemails locken mit Angebote für
Arzneimittel, Kredite und pornografische Inhalte.
Surfen auf zweifelhaften Webseiten
Nicht nur beim gezielten Surfen auf zweifelhaften Seiten, sondern
auch beim Arbeiten im Internet drohen Gefahren. Denn es ist möglich,
dass die Mitarbeiter beim Besuch bestimmter Seiten schädliche
Programme herunterladen oder ausspioniert werden.
Empfangen, Ausführen von Spassprogrammen
Mitarbeiter öffnen immer wieder »Spaßprogramme«, die sie von
Kollegen oder Freunden erhalten. Doch viele Programme nutzen
gezielt Sicherheitslücken für Angriffe oder enthalten Schadcode,
der sich etwa über den E-Mail-Posteingang der Mitarbeiter einen
Weg ins Firmen-LAN bahnt.
Leichtsinniger Umgang mit Passwörtern
Noch immer achten Mitarbeiter zu wenig darauf, ihre Passwörter
regelmäßig zu ändern. Wird dasselbe Passwort für verschiedene
Webseiten oder von Kollegen gemeinsam verwendet, haben Hacker
leichtes Spiel. Gleiches gilt für die Verwendung unsicherer Passwörter,
die Angreifer leicht erraten können, beispielsweise das
eigene Geburtsdatum oder den Namen eines Kindes.
Herunterladen von Musik und Filmen
Das Herunterladen von Musik und Filmen ist bei Mitarbeitern
beliebt. Doch viele der Video- oder Musikdaten sind mit bösartigen
Programmen infiziert, die sich auf dem Anwender-PC installieren.
E-Mail-Versand vertraulicher Informationen
PC-Anwender sollten auf keinen Fall vertrauliche Informationen
herausgeben, selbst wenn sie in Form einer seriös wirkenden EMail
(Phishing) dazu aufgefordert werden. Anwender können
davon ausgehen, dass Banken und Versicherungen niemals um die
Zusendung von Kreditkartennummern, PIN, TAN oder anderen
Zugangsdaten per E-Mail, SMS oder Telefon bitten.
Nicht gesicherte Mobilgeräte
Mitarbeiter greifen vermehrt mit portablen Geräten wie Tablet PCs,
PDAs oder Smartphones auf Unternehmens-Netzwerke und
-Systeme zu. Sind diese nur unzureichend mit Sicherungseinrichtungen
ausgestattet, können sich Schädlinge ins Firmennetz einschleichen.
Außerdem besteht die Gefahr des Verlustes oder Diebstahls
dieser Mobilgeräte.
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Selbstverteidigung
Kerngedanke eines umfassenden
Sicherheitskonzeptes wie des Self
Defending Network von Cisco Systems
ist die Integration von Schutzfunktionen
in alle Netzwerkkomponenten und die Einbindung der Endgeräte in die
Sicherheitsbetrachtung. Ein Netzwerk,
das sich selbst gegen Gefahren verteidigen
kann, benötigt die drei Säulen
Sichere Konnektivität, Bedrohungsabwehr
sowie Identitätsmanagement:
- Sichere Konnektivität:
Sichere Konnektivität
garantiert Integrität und Vertraulichkeit
des Datenaustauschs über
unsichere Netzwerke wie das Internet
mittels Verschlüsselungs- und Authentisierungsmechanismen.
UmDaten-, Sprach- und Videoanwendungen über
drahtlose oder kabelgebundene Medien
zu schützen, stehen diverse VPN-Technologien
wie IP-SEC oder SSL bereit.
- Bedrohungsabwehr:
Bedrohungsabwehr
zielt auf die Reduzierung der Auswirkungen
von Angriffen. Dafür werden
meist die klassischen Abwehrmaßnahmen
wie Firewalls, Intrusion-Detection-
Systeme (IDS) sowie Intrusion-
Prevention-Systeme (IPS) eingesetzt.
Zwischen Internet und Unternehmensnetzwerk
bestehen zahlreiche Verbindungsmöglichkeiten.
Eine Firewall verhindert,
dass ungewünschter Datenverkehr
ins Unternehmensnetz gelangen
kann und erlaubt nur den regulären
Datenverkehr. Versteckt sich in diesem
Datenstromein Schädling, so kann ihn
die Firewall nicht erkennen. Aus diesem
Grund ist ein mehrstufiger Schutz notwendig,
der aus Maßnahmen im Netzwerk
wie IDS und IPS besteht, zuzüglich
Schutzmaßnahmen auf dem Endgerät
beispielsweise dem Cisco Security Agent
(CSA). IDS und IPS sind Lösungen, die
Datenpakete imUnternehmensnetzwerk
inspizieren und anhand von
Regeln die gesamte Kommunikation im
Netzwerk auf Spuren von Schädlingen
überprüfen. Somit können verdächtige
Aktivitäten erkannt werden - seien es
Eindringversuche, Angriffe oder andere
Anomalien. Weichen Vorgänge von der
Normab, ergreifen IPS selbstständig
Abwehrmaßnahmen und informieren
den Administrator, damit dieser weitere
Schritte einleiten kann.
Bisher wurde zum Schutz der Endgeräte
der unvollständige Ansatz angewendet,
»Alles was nicht explizit verboten ist,
ist erlaubt.« Das führt jedoch dazu, dass
die eingesetzten Anti-Virus-, Intrusion
Detection- oder Firewall-Lösungen nur
bereits bekannte Bedrohungen erkennen
und abwehren können. Aktuelle
Ansätze wie der Cisco Security Agent,
orientieren sich dagegen an dem
Grundprinzip der Sicherheitstechnik:
»Alles was nicht explizit erlaubt ist, ist
verboten.« Sie überprüfen mit Hilfe
einer Positivliste, welche Aktionen
einer Anwendung erlaubt sind, beispielsweise
Zugriffe auf Systemressourcen.
So spielt es keine Rolle mehr, auf
welchemWeg eine Bedrohung auf das
Gerät gelangt - sei es über das Netzwerk,
einen USB-Stick oder eine CD-ROM.
Schädliche Aktionen werden erkannt,
die Anwendung aus dem Speicher entfernt
und so sichergestellt, dass sich
der Schädling nicht festsetzen und weiter
verbreiten kann.
- Identitätsmanagement:
Beim Identitätsmanagement kommt es darauf an,
nur berechtigten Benutzern den
Zugang zu Informationen zu ermöglichen.
Darüber hinaus ist es auf der
Netzwerkebene möglich, das Sicherheitsniveau
der Endgeräte zu überprüfen,
um Geräte die nicht über das erforderliche
Sicherheitsniveau verfügen
von der Teilnahme am Netzwerk auszuschließen.
Denn oft werden infizierte
Systeme erst bei der Anmeldung an eine
Domäne auf Aktualität der Antivirus-
Software überprüft. Dies ist jedoch zu
spät, da die Geräte bereits Kontakt zum
Netzwerk haben und Viren und Würmer
einschleppen können. Grundregel muss
sein, dass ein Endgerät nur dann am
Netzwerk teilnehmen kann, wenn es
zweifelsfrei identifiziert wurde und die
aktuellen Sicherheitsrichtlinien wirklich
einhält.
Sicherheitskatalog
Nur ein umfassender Sicherheitsansatz
verhindert alle aktuellen IT-Gefahren
und schützt Netzwerke zuverlässig um eine
Schwachstellen-Nutzung zu verhindern:
Integrierte Sicherheitslösungen mit
umfassender Firewall-Funktionalität
und Intrusion-Prevention schützen vor
Angriffen auf das Firmen-LAN. Durch
den All-in-one-Ansatz sowie ein Webbasiertes
Management werden niedrige
Total Cost of Ownership erreicht.
Mitarbeiter ausreichend schulen: Im
eigenen Interesse sollten Unternehmen
ihreMitarbeiter in punkto IT-Sicherheit
schulen und fortlaufend über neue Entwicklungen
informieren. Das kann in
Form von internen Sicherheitshinweisen,
Trainings, Videos, Broschüren oder
über das Intranet erfolgen. Der Ausgangspunkt
aller Aktivitäten sollte
dabei eine klare Festlegung der Richtlinien
für die Nutzung von IT amArbeitsplatz
sein. Zudem ist es wichtig, dass
die Geschäftsführung in jedem Fall die
Vorbildrolle übernimmt.
Sicher mit mobilen Geräten
Bei der Verwendung vonMobilitätslösungen
müssen Unternehmen für die
Sicherheit der Endgeräte sorgen, da
diese unterwegs nicht über die Mechanismen
des Unternehmensnetzwerks
kontrolliert werden. Je nachdem in welchem
Netzwerk-Kontext sich das Gerät
befindet, ist die Umsetzung unterschiedlicher
Sicherheitsregeln erforderlich.
Dies übernimmt beispielsweise
ein Tool wie der Cisco Security Agent.
Über jeden öffentlichen Zugangspunkt
zum Internet können Mitarbeiter über
ein VPN eine sichere, verschlüsselte
Verbindung zum Unternehmensnetzwerk
aufbauen. Auch ein Heimarbeitsplatz
kann mit dieser Technologie, zum
Beispiel mit günstigen DSL-Anschlüssen,
realisiert werden.
Mobile Datenträger sicher einsetzen:
Um zu verhindern, dass über USB-Stikks
oder CD-ROMs Schädlinge in das
Unternehmensnetzwerk eingeschleust
oder unbemerkt Daten aus dem Unternehmen getragen werden, dient der
Cisco Security Agent (CSA). Dieser
überwacht das Verhalten von Anwendungen
mit Hilfe einer Positivliste.
Dabei überprüft der CSA, welche Aktionen
einer Anwendung erlaubt sind, beispielsweise
Zugriffe auf Systemressourcen
wie das Dateisystem. So spielt es
keine Rolle mehr, auf welchemWeg eine
Bedrohung auf das Gerät gelangt - sei es
über einen USB-Stick, eine Speicherkarte
der Digitalkamera oder eine CDROM.
Schädliche Aktionen werden
erkannt, die Anwendung aus dem Speicher
entfernt und sichergestellt, dass
sich der Schädling nicht festsetzen und
weiter verbreiten kann. Ebenso lässt
sich der CSA so konfigurieren, dass das
Speichern kritischer Daten auf mobile
Datenträger unterbunden wird.
Absicherung drahtloser Netze: Standards
wie IEEE 802.11i sorgen für die
eindeutige Identifikation und Autorisierung
von Benutzern in drahtlosen
Netzen und die Verschlüsselung der
Übertragung. Die Authentifizierung
erfolgt am Netzwerkzugang. Dabei werden
die Authentifizierungsinformationen
überprüft und gegebenenfalls der
Zugriff auf das Netzwerk zugelassen
oder abgewiesen.
Geräte auf Updates kontrollieren
Es sollte stets das Sicherheitsniveau
der Endgeräte überprüft werden, bevor
diese Zugang zum Netzwerk erhalten.
Oft werden infizierte Systeme erst bei
der Anmeldung an die Domäne auf
Sicherheit überprüft. Dies ist jedoch
zu spät, da die Geräte bereits Kontakt
zum Netzwerk haben und Viren und
Würmer einschleppen können. Lösungen
wie Network Admission Control
von Cisco ermöglichen eine solche
Überprüfung über spezielle Schnittstellen,
die den Status der diversen
Sicherheitssoftwares abfragen. Nichtkonforme
Endgeräte werden durch
einen automatisiertenWiederherstellungsprozess
auf den aktuellen Stand
gebracht, sodass dieWartungskosten
niedrig und der Sicherheitslevel hoch
gehalten werden.
Sichere IP-Telefonie
Werden Daten und Sprache imgleichen
IP-Netz übertragen, sollte zur Absicherung eine Unterteilung
in drei logische IP-Netze erfolgen. Ein Segment umfasst
Server für Management- und Service-
Software, Kontrollprogramme zur Anrufsignalisierung
wie den CiscoCallManager
oder Unified Messaging sowie Sprach-
Schnittstellen zum öffentlichen Telefon-Netz. Das zweite Segment enthält IP-Telefonie-
Geräte und das dritte Segment bildet
das klassische Unternehmensnetz, in
dem auch Software-basierte Sprachanwendungen(
Softphones) betrieben werden.
Durch diese Segmentierunglassen
sichArbeitsbereichebesser überwachen
und das Überspringen von Segmentgrenzen
verhindern. So wird etwa unterbunden,
dass ein Virus oder Wurm vom Datennetz
aus das Sprachnetz beeinträchtigt.
Um Missbrauch der IP-Telefonie-Anlage,
beispielsweise durch nicht registrierte
Endgeräte oder Vortäuschen einer
Zugangsberechtigung, zu verhindern,
sind weitere Sicherheitsmaßnahmen notwendig.
Dieses Problem löst die zweifelsfreie
Identifizierung der Endgeräte – eine
Funktion, die es in der klassischen Telefonie
nur in Spezialumgebungen gibt. Auch
der Schutz der Sprachverbindung zwischen
zwei Telefonen sollte beachtet werden.
Es gibt mittlerweile Telefone, die auf
KnopfdruckGespräche verschlüsseln.
Damit sind sensitive Unternehmensinformationen
zuverlässig geschützt.
Um Datenverlust bei Beschädigungen
vonDatenträgern wie CDs, DVDs oder
USB-Sticks sowie mobilen Geräten wie
Laptops,PDAs und Smartphones vorzubeugen,
sollten deren Daten regelmäßig
im Netzwerk gesichert werden. Nur so
können im Fall eines Verlustes oder
Beschädigung die Arbeitsgeräte und der
aktuelle Stand der Daten schnellstens
wieder hergestellt werden. Im Netzwerk
empfiehlt sich eine redundante Auslegung kritischer
Komponenten, so dass
sofort Ersatzgeräte einspringen, falls einzelne
Geräte wie Router oder Server ausfallen.
Um das gesamte Netzwerk vor Feuer
zu schützen, sollte der Serverraum in
einer abgesicherten Umgebung platziert
sein. Zudem ist die Bereitstellung einer
Notstromversorgung empfehlenswert.
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| Auch eine Migration auf IP-Telefonie birgt zusätzliches
Gefahrenpotenziel. Gespräche können abgehört werden. |
Fazit und Ausblick
Vermutlich lässt es sich niemals vollständig
verhindern, dass Viren in die
Unternehmens-IT eindringen. Eine
umfassende Sicherheitsstrategie minimiert
jedoch den Schaden für das Unternehmen
und schützt die Daten vor Missbrauch.
Ein integrierter Sicherheitsansatz
leistet gute Dienste damit umfassen
Unternehmens-Sicherheit zu vernünftigen
Kosten erreicht wird. Auch wenn es
die absolute Sicherheit nicht gibt, so ist
die Verwirklichung eines IT-Sicherheitskonzeptes
aus einer Hand einfacher und
effizienter als die isolierte Betrachtung
der Sicherheit von Geräten und Netzen.
So können sich Mittelständler auf ihre
IT-Systeme verlassen und Angreifer von
außen haben fast keine Chance.
Lexikon: IT-Gefahren |
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Abhören / Sniffen
Abfangen oder Abhören ist der Vorgang des Mithörens des Datenverkehrs in
einem Netzwerk. Ziel sind dabei häufig unverschlüsselt übertragene Kennwörter
und Konfigurationsinformationen. Mit frei verfügbaren Programmen
(Sniffern) kann ein Angreifer leicht den gesamten Datenverkehr lesen.
Backdoor
Eine Backdoor (Hintertür) ist ein üblicherweise durch Viren oder Würmer
installiertes Programm. Durch diese Backdoor können Dritte Sicherheitsmechanismen
unterlaufen und sich so unbefugten Zugang zum Computer
verschaffen. Mit Hilfe einer Backdoor lassen sich persönliche Daten des
Anwenders ausspionieren oder sie werden dazu benutzt, weitere Computerviren
oder Würmer auf dem betroffenen System zu installieren.
Computerwurm
Ein Programm, das sich selbstständig über Netzwerke unter Ausnutzung
von Sicherheitslücken verbreitet, etwa durch Versenden von infizierten EMails.
Ein Wurmprogramm enthält nicht zwingend spezielle Schadroutinen.
Dennoch bindet es Ressourcen zur Weiterverbreitung und führt dazu, dass
das System langsamer arbeitet oder Programme nicht mehr ausgeführt werden
können. Weiterhin erhöhen Würmer die Belastung anderer Systeme wie
Mailserver, Router oder Firewalls und letztlich des Netzwerks selbst.
Denial of Service (DoS/Dienstverweigerung)
Denial-of-Service bezeichnet einen Vorgang, der dazu führt, dass ein
System oder eine Anwendung durch Überlastung arbeitsunfähig wird. Dies
erfolgt beispielsweise mittels Flutung eines Servers mit Anfragen, was die
verfügbaren Systemressourcen überlastet. Erfolgt der Denial of Service-
Angriff koordiniert von einer großen Anzahl von Systemen aus, handelt es
sich um einen Distributed-Denial-of-Service-Angriff (DDoS).
Exploit
Ein Exploit ist ein Computerprogramm oder Script, welches gezielt
Schwachstellen eines Betriebssystems oder Programms (Sicherheitslücken)
ausnutzt. Eine Form des Exploits sind Angriffe aus dem Internet mit Hilfe
von manipulierten Datenpaketen, die Schwachstellen in den Endgeräten
ausnutzen. So können Programme eingeschleust werden, mit denen die
vollständige Kontrolle über das System erlangt wird.
Fingerprinting/Footprinting
Das Zusammentragen von frei erhältlichen Informationen über das
Angriffsziel wie etwa Telefonnummern, Rechnernamen, IP-Adressen oder
eingesetzte Schutzmaßnahmen. Ein Hacker sammelt so viele Informationen
wie möglich über alle Aspekte der Sicherheit des potenziellen Opfers,
um einen gezielten, präzisen und unauffälligen Angriff auszuüben.
Information Disclosure
Information Disclosure (deutsch: Offenlegung von Informationen) wird die
unerwünschte Veröffentlichung privater Daten genannt. Zum Beispiel kann
ein Angreifer durch Überwachung aller in einem Netzwerk gesendete Daten
Einsicht in den Inhalt einer Tabelle oder Datei erhalten, für deren Öffnung
keine Berechtigung vorliegt.
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Man-in-the-middle-Angriffe
Dabei hört ein Dritter die Kommunikation zwischen zwei Partnern ab und
kann diese manipulieren. Während Rechner A glaubt, eine direkte Verbindung
mit Rechner B zu haben, schaltet sich der Angreifer C zwischen die
Verbindung von A und B. Sämtliche ausgetauschten Daten laufen dann
nicht mehr direkt von A nach B, sondern werden über C umgeleitet.
Phishing
Eine Form des Trickbetruges im Internet, das »Fischen« nach persönlichen
Daten des Internet-Nutzers. Der Phisher schickt offiziell wirkende Schreiben,
meist E-Mails, um vertrauliche Informationen des Nutzers zu erhalten.
Etwa Zugangsdaten für Banken (Online-Banking), Versandhäuser, Internet-
Auktionshäuser, webbasierende Onlineberatungen oder Kontaktportale.
Dank der erschlichenen Informationen kann der Phisher die Identität seines
Opfers übernehmen und in dessen Namen Handlungen ausführen.
Pharming
Pharming ist eine Manipulation der IP-Adresse von Webbrowsern, um
Anfragen auf gefälschte Webseiten umzuleiten. Dabei wird unter Zuhilfenahme
eines Trojaners oder eines Virus ein System gezielt manipuliert,
sodass von diesem System nur noch gefälschte Websites abrufbar sind,
selbst wenn die Web-Adresse korrekt eingegeben wurde. Pharming-Betrüger
unterhalten Server-Farmen, auf denen gefälschte Webseiten abgelegt
sind. Pharming ist eine Weiterentwicklung des klassischen Phishings.
Polymorphe Viren
Polymorphe Computerviren sind wahre Meister der Tarnung und Verkleidung.
Sie verändern ihre eigenen Programmcodes, also ihre Gestallt, und
sind deshalb besonders schwer zu erkennen.
Rootkit
Ein Rootkit ist eine Sammlung von Softwarewerkzeugen, die nach dem Einbruch
in ein kompromitiertes Computersystem installiert wird. Rootkits
dienen dazu, zukünftige Zugriffe des Eindringlings zu verbergen, Prozesse
zu verstecken, Daten zu kopieren und Eingaben mitzuschneiden. Sie versuchen
etwa bereits installierte Spionageprogramme zu aktualisieren.
Spoofing
Spoofing (deutsch: Vortäuschen) sind Methoden, mit denen sich einfache
Authentifizierungs- und Identifikationsverfahren untergraben lassen. Hierzu
verwendet ein Angreifer gestohlene Anmeldeinformationen von Benutzern
oder eine falsche Quelladresse, die nicht der tatsächlichen Absenderadresse
des Pakets entspricht. Nachdem der Angreifer erfolgreich Zugriff als
legitimer Benutzer oder Host erlangt hat, kann er Berechtigungen erweitern
und Informationen in Anwendungen oder Netzwerken missbrauchen.
Tampering
Bezeichnet die unbefugte Änderung von Daten, zum Beispiel während
einer Transaktion zwischen zwei Computern über ein Netzwerk.
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Quelle: CIM - Computer im Mittelstand, Ausgabe 11/06, Autor HILMAR BALD
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